Nonverbale Kommunikation – Vortrag vom 18.06.2015

Kommunikation ist, was beim Anderen ankommt
oder:

Vorsicht Falle: Nonverbale Kommunikation

kann nicht nicht kommunizieren

Kommunikation ist heute „in aller Munde“ – doch was passiert eigentlich, wenn:

mein Körper etwas Anderes sagt, als meine Worte

Körpersprache

 

Die Antwort:     73855

Der amerikanischen Psychologen und Kommunikationsforscher Albert Mehrabian fand Ende der 60er Jahre heraus: Wenn die verbale und die nonverbale Aussage nicht zueinander passen, wenn jemand widersprüchliche Nachrichten sendet, glauben wir den non- und paraverbalen Botschaften von Körper und Stimme weit eher als der verbalen Aussage des Kopfes.

Die wahrgenommene Botschaft wurde zu 7 % durch den sprachlichen Inhalt, zu 38 % durch den stimmlichen Ausdruck und zu 55 % durch die Körpersprache bestimmt.

Aber das kann doch gar nicht …?

Katzenauge   auch der Mensch ist ein AUGENTIER

 

Zwar verfügen die meisten von uns über alle 5 Wahrnehmungskanäle = Sinne:

Wahrnehmungskanäle -2

aber bei den meisten Menschen ist die optische Wahrnehmung der bestimmende Sinn:

Wahrnehmungskanäle -3

Und damit sind wir bei der Non-verbalen Kommunikation:

  • Körperliche Signale
  • Gestik
  • Mimik
  • Blickkontakt
  • Distanz
  • Äußere Erscheinung
  • Geruch

Auch im Business?

Ein Unternehmer – nennen wir ihn Herrn Deutlich – hat eine Besprechung mit einem wichtigen Kunden:

 

Er betritt das Besprechungszimmer: „Hallo Herr Müller! Ich freue mich, Sie zu sehen.“

Handsome businessman reading documents over gray background

 

 

 

Die Botschaft seiner Körperhaltung:  „Ich bin beschäftigt und habe kein Interesse an Dir!“          

 

Er setzt sich an den Besprechungstisch: der Kunde sagt vielleicht: „aber ich hatte doch ausdrücklich gesagt, das Produkt muss … können“; Herr Deutlich macht „mmhh, ja, mmhh“

SONY DSC    Die Botschaft seiner Körperhaltung: „Ich glaube Dir nicht!“

 

 

Herr Deutlich antwortet: „Ja, das kann ich verstehen. Da finden wir bestimmt eine Lösung.“

business man explanation at the office Die Botschaft seiner Körperhaltung: „Nicht mit mir! Entweder Du tust, was ich sage, oder ich schieße.“

Diese non-verbalen Botschaften werden sämtlichst vom Kunden wahrgenommen. Da sie nicht zu den verbalen Äußerungen passen, steht es im Wettkampf zwischen dem gesprochenen Wort und der Körpersprache jetzt 7 : 55 (s.o.) – waren jetzt auch noch Tonfall und Stimmlage eher etwas genervt, nimmt der Kunde zu 93 % Ablehnung wahr. Die verbale Aussage ist völlig untergegangen – dieser Kunde ist verloren!

Weitere „verräterische“ Gesten sind:

 

Körpersprache-20

Hinter dem Kopf verschränkte Hände drücken Dominanz aus. Entscheidungen wird er nicht mehr revidieren, er besitzt genügend Selbstbewusstsein.

 

Körpersprache-21

Menschen, die ihre Hände wie zum Gebet aneinanderlegen, fühlen sich sicher: Entscheidungen, die sie getroffen haben, stehen fest und sind nicht mehr zu ändern.

 

Körpersprache-22

Auch wenn es hier eher freundlich aussieht: Vor dem Körper verschränkte Arme sind immer auch eine Abwehr-Haltung. Haben Sie vorher einen verbalen Angriff gestartet, dann haben sie Ihren Gesprächspartner nun in die Defensive gedrängt.

 

Körpersprache-23

Die Angst sitzt ihr im Nacken: Der Gesprächspartner fühlt sich unwohl bzw. in die Enge gedrängt. Jetzt können Sie ihn vielleicht zum Eingestehen eines Fehlers bekommen, oder er hat zumindest ein schlechtes Gewissen.

 

Körpersprache-24

Wenn jemand mit der Hand „imaginären“ Schmutz von seiner Kleidung entfernt, dann sollten Sie vorsichtig sein: Noch schlägt er nicht zurück, aber er bereitet sich gerade darauf vor, Widerspruch einzulegen.

 

Ein Tipp: lächeln Sie doch mal!

lächeln - hund

Die beste Art das Lächeln bei einem Meeting, einer Präsentation oder sonstigen geschäftlichen Zusammenkünften einzusetzen: Sich erst im Raum positionieren und einrichten, dann entspannt in die Runde lächeln. Wer nämlich schon zwanghaft grinsend den Raum betritt, wirkt nicht überzeugend.

Und noch ein Tipp: Man sollte nicht lächeln, um zu gefallen, sondern um zu zeigen, dass man zufrieden ist.

Den „wissenden Blick“ sollten Sie jedoch eher vermeiden:

Körpersprache - Blick

Also jemand der eine halbe Brille (Lesebrille) vorn auf der Nasenspitze trägt und diese eigentlich nicht absetzt, auch wenn er mit Menschen spricht.

Heißt soviel wie: Ich zeige dir meine harte Stirn (Schutzfunktion), gehe in Kampfposition. Außerdem möchte ich keine Energie für dich einsetzen und meine Brille abzusetzen.

 

Und: lassen Sie Ihre Hände sprechen:

Körpersprache - Hände Positiv: offen & zugewandt

Sind die Hände geöffnet, ist auch die dazugehörende Person offen. Verschränken sich die Finger ineinander, schließt sie sich nach außen ab. „Zielen“ die Hände auf das Gegenüber wurde die „Waffe“ gezogen…

Körpersprache - Hände -1  negativ: verschlossen & drohend

Körpersprache - Hände -2  no go: Pistole auf die Brust

 

Weil: Wahr ist nicht, was A sagt, sondern was B versteht!

Missverständnis-2

Herzlichst, Ihre

Gerhild Klinkow

Rechtsanwältin Personal- & Business-Coach Systemischer Coach/Mediatorin